Klimarisikocheck
Digitales Bewertungswerkzeug für klimabedingte Risiken von Gebäuden und Liegenschaften
Was ist der Klimarisikocheck?
Der Klimarisikocheck ist ein digitales Bewertungswerkzeug zur strukturierten Einschätzung klimabedingter Risiken für Gebäude und Liegenschaften. Er orientiert sich an den methodischen Grundprinzipien der DIN EN ISO 14091 und überträgt diese auf die Bewertung von Immobilien und deren Nutzung.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark ein Gebäude oder eine Liegenschaft durch Klimaeinwirkungen betroffen sein kann – heute und unter zukünftigen klimatischen Entwicklungen. Dazu werden standortbezogene, bauliche, technische und nutzungsbezogene Faktoren systematisch erfasst und zu einer Risikobewertung zusammengeführt.
Der Klimarisikocheck ersetzt keine Fachplanung oder objektspezifische Detailuntersuchung. Er schafft jedoch eine fundierte Grundlage für die erste Einschätzung, Priorisierung und Dokumentation von Klimarisiken. Das Werkzeug eignet sich sowohl für Bestandsgebäude als auch für Neubauvorhaben und kann in frühen Planungsphasen, bei Sanierungsentscheidungen oder im Rahmen der strategischen Bestandsbewirtschaftung eingesetzt werden.
Der Check ersetzt keine Fachplanung, bietet aber eine strukturierte Grundlage für die erste Einschätzung, Priorisierung und Dokumentation von Klimarisiken.
Wofür kann der Klimarisikocheck genutzt werden?
Klimarisiken erkennen
Der Check macht sichtbar, welche Klimaeinwirkungen für ein Gebäude oder eine Liegenschaft heute und künftig relevant sein können.
Schwachstellen erkennen
Standort, Gebäudehülle, technische Anlagen, Außenräume und Nutzung werden systematisch hinsichtlich ihrer Anfälligkeit bewertet.
Anpassungsmaßnahmen vorbereiten
Die Ergebnisse unterstützen dabei, geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung abzuleiten, zu priorisieren und zu begründen.
Entscheidungen dokumentieren
Die Bewertung schafft eine nachvollziehbare Grundlage für Planung, Kommunikation und weiterführende Fachuntersuchungen.
Wie funktioniert der Klimarisikocheck?
Der Klimarisikocheck führt Schritt für Schritt durch eine strukturierte Bewertung klimabedingter Risiken.
Zunächst werden die wesentlichen Eigenschaften des Gebäudes und der Liegenschaft erfasst. Anschließend werden eine oder mehrere relevante Klimaeinwirkungen ausgewählt und anhand fachlich abgeleiteter Indikatoren bewertet.
Die Bewertung betrachtet nicht nur die Klimaeinwirkung selbst, sondern auch die Lage des Gebäudes, die baulichen Eigenschaften, die technische Ausstattung, die Außenräume sowie die möglichen Auswirkungen auf die Nutzenden. So entsteht eine nachvollziehbare Einschätzung des Klimarisikos für die Gegenwart und für zukünftige Klimaprojektionen.
01
Gebäude erfassen
Legen Sie ein Projekt an und beschreiben Sie die wichtigsten Eigenschaften des Gebäudes und der zugehörigen Liegenschaft.
02
Klimaeinwirkung bewerten
Wählen Sie eine relevante Klimaeinwirkung aus und beantworten Sie die zugehörigen Bewertungsfragen.
03
Ergebnis erhalten
Der Klimarisikocheck ermittelt das Risiko für die Gegenwart sowie für zukünftige Klimaszenarien und zeigt auf, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
Methodik
Wie wird das Klimarisiko berechnet?
Der Klimarisikocheck bewertet klimabedingte Risiken anhand ausgewählter Indikatoren. Dabei wird zwischen einer kompakten Ersteinschätzung (Low-Level-of-Detail) und einer vertieften Analyse (High-Level-of-Detail) unterschieden.
Grundprinzip
Das Risiko entsteht aus mehreren Einflussgrößen
Klimarisiken entstehen durch das Zusammenwirken mehrerer Einflussgrößen. Entscheidend ist nicht nur, wie stark eine Klimaeinwirkung am Standort auftreten kann, sondern auch, wie exponiert Gebäude und Nutzende sind und wie empfindlich sie auf diese Einwirkungen reagieren. Das Klimarisiko wird als Funktion aus Gefährdung, Exposition und Vulnerabilität verstanden.
Risikokomponenten
Gefährdung, Exposition und Vulnerabilität
Die Gefährdung beschreibt, mit welcher Intensität und Wahrscheinlichkeit eine Klimaeinwirkung am Standort auftreten kann. Die Exposition zeigt, in welchem Umfang Gebäude, Liegenschaft und Nutzende von der Klimaeinwirkung betroffen sein können. Die Vulnerabilität beschreibt, wie empfindlich das betrachtete System auf die Klimaeinwirkung reagiert und in welchem Maß vorhandene Eigenschaften und Anpassungsmöglichkeiten die Auswirkungen beeinflussen.
Low-Level-of-Detail
Kompakte Ersteinschätzung
Der Low-Level-Check ist für eine schnelle und übersichtliche Bewertung gedacht. Er nutzt ausgewählte Kernindikatoren und ordnet diese direkt den Risikokomponenten zu.
- schneller Einstieg
- weniger Datenerhebung
- gute Orientierung für weiteren Handlungsbedarf
High-Level-of-Detail
Vertiefte Analyse
Der High-Level-Check betrachtet die ausgewählte Klimaeinwirkung detaillierter. Er berücksichtigt differenzierter, welche Gebäudeteile, Außenräume, technischen Anlagen oder Nutzenden betroffen sein können.
- detailliertere Bewertung
- bessere Grundlage für Maßnahmen
- geeignet für Projektbewertung und Dokumentation
Ergebnis
Risikowert und Risikostufe
Aus den eingegebenen Informationen wird eine Risikoeinschätzung abgeleitet. Das Ergebnis ordnet das Klimarisiko einer Risikostufe zu und ermöglicht eine nachvollziehbare Priorisierung weiterer Maßnahmen.
Warum einen Klimarisikocheck durchführen?
Die Auswirkungen des Klimawandels nehmen spürbar zu. Extremereignisse wie Hitzewellen, Starkregen, Hochwasser und Trockenperioden treten häufiger und intensiver auf und können zu erheblichen Schäden an Gebäuden, Nutzungseinschränkungen sowie gesundheitlichen Belastungen führen.
Gleichzeitig fehlen auf Gebäudeebene häufig standardisierte und vergleichbare Verfahren zur Bewertung klimabedingter Risiken. Der Klimarisikocheck schafft hierfür eine strukturierte und nachvollziehbare Grundlage.
Gezielt handeln
Die Bewertung unterstützt dabei, Anpassungsmaßnahmen dort umzusetzen, wo sie den größten Nutzen entfalten.
Frühzeitig erkennen
Klimarisiken werden sichtbar, bevor Schäden oder Nutzungseinschränkungen eintreten.
Nachvollziehbar entscheiden
Die Ergebnisse können dokumentiert und für Planung, Kommunikation sowie weiterführende Fachprüfungen genutzt werden.
Der Klimarisikocheck ist als iterativer Prozess angelegt. Bewertungen können bei neuen Erkenntnissen, geänderten Nutzungen oder aktualisierten Klimaszenarien fortgeschrieben und angepasst werden.
Schnellcheck (Low-Level-of-Detail)
Der Schnellcheck bietet eine kompakte Ersteinschätzung klimabedingter Risiken für Gebäude und Liegenschaften. Er eignet sich insbesondere dann, wenn ohne umfangreiche Datenerhebung ein erster Überblick über mögliche Klimarisiken gewonnen werden soll.
Im Low-Level-of-Detail werden ausgewählte Kernindikatoren den Risikokomponenten Gefährdung, Exposition und Vulnerabilität zugeordnet. Das Ergebnis zeigt, ob das Risiko eher niedrig, mittel oder hoch einzuschätzen ist und ob eine vertiefte Analyse empfohlen wird.
Vertiefte Analyse (High-Level-of-Detail)
Für eine detaillierte Untersuchung steht die vertiefte Analyse im High-Level-of-Detail zur Verfügung. Hier werden Gebäudeeigenschaften, Außenräume, technische Anlagen, Nutzende und Anpassungskapazitäten differenziert entlang der Wirkungskette betrachtet. Dadurch entsteht eine belastbare Grundlage für Planung, Sanierung, Maßnahmenableitung und Dokumentation. Die Ergebnisse können projektbezogen gespeichert und für die weitere Bearbeitung genutzt werden.
